2010: Gefahr von neuen Hungersnöten weltweit wächst

2010 sind weite Bevölkerungsteile in den Entwicklungsländern von neuen Hungersnöten bedroht. Der Vorsitzende der UN- Nahrungsmittelbehörde, Jacques Diouf, sagte gegenüber Voice of America am 3. März, es zeichne sich eine weitere bedrohliche Nahrungsmittelkrise ab. Er verglich die Bedingungen auf dem Weltgetreidemarkt mit denen 2007 und 2008. Damals waren Hungeraufstände in Kenia und mehr als 30 weiteren Ländern ausgebrochen.

Laut UN-Experten gingen 2007 die hohen Nahrungsmittelpreise auf den Anstieg der Energiepreise in Rekordhöhe, wachsende Nachfrage nach Bio-Treibstoffe, niedrige Getreide-Reserven und schlechtes Wetter in den Produktionsländern zurück. Die  Nahrungsmittelpreise sind in vielen Entwicklungsländern hoch geblieben. Diouf warnt vor der Gefahr einer weiteren Nahrungsmittelteuerung. Auch wenn es etwas größere Getreidereserven gebe, seien die Energiepreise nicht auf den Stand vor der Krise 2007 gefallen und immer noch werde Getreide für Biotreibstoffe benutzt. Die Investitionen vieler Nationen in die Landwirtschaft seien immer noch viel zu gering.

Ein weiteres bedrohliches Signal über den Zustand der Weltlandwirtschaft ergibt sich aus in den Zahlen über US-Exporte von landwirtschaftlichen Maschinen. Diese Exporte fielen 2009 um 23% auf etwas weniger als 8 Milliarden Dollar (lt. Angaben der US-Vereinigung der Ausrüstungshersteller (AEM). Landwirtschaftliche Ausrüstungs-Exporte aus den USA nach  Europa gingen 2009 um 42% zurück,  nach Südamerika um 31%  und nach Mittelamerika um 20 Prozent. Nach Asien fielen sie um 19%i und nach Afrika um 25%.

In Nordkorea kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen mit der Armee, als Arbeiter  versuchten, einen Zug mit Nahrungsmittellieferungen zu stürmen. Wegen mangelnder Unterstützung erhalten dort nur ein Drittel der 6,2 Millionen Menschen, wie eigentlich vom WFP (Weltnahrungsmittelprogramm)  vorgesehen, überhaupt Nahrungsmittelhilfe. Das WFP hat angekündigt, es werde im Juli die Nahrungsmittellieferungen an Nordkorea beenden, wenn die Gelder nicht ausgestockt würden. 

 

 

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